Messing ist eine goldfarbene Legierung aus Kupfer und Zink
Eigenschaften
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Schmelzpunkt: mit steigendem Zinkgehalt sinkend; ca. 900-925°C
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Dichte: ca. 8,4 g/cm3 CuZn37
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Elektrische Leitfähigkeit: ca. 15 Ms/m, mit steigendem Zinkgehalt
wird die elektrische Leitfähigkeit des Messings stark gesenkt (bei
10% Zn um 60%, bei 40% Zn um 75%)
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Elastizitätsmodul: 78 bis 123 GPa (kN/mm2 )
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Zugfestigkeit: 310 bis 460 MPa (N/mm2 )
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Dehngrenze: 120 bis 420 MPa (N/mm2 )
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Querkontraktionszahl: 0,37
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Torsionsmodul: 37 GPa (kN/mm2 )
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Schallgeschwindigkeit in Messing: 3530 m/s (bei18°C)
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amagnetisch
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goldfarben glänzend aussehnend
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spezifische Wärmekapazität: je nach Legierung ungefähr 377 J/ (kg K)
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Ausdehnungskoeffizient: 18,5 10-6 /K bei 20°C CuZn30
Je
nach Mischungsverhältnis variiert die Farbe von goldorange (bei hohem
Kupferanteil) bis hellgelb.
Messing ist etwas härter als reines Kupfer, jedoch nicht so hart wie
Bronze (eine Kupfer-Zinn-Legierung). Die Messingschmelze ist dünnflüssig
und nimmt im Gegensatz zu reiner Kupferschmelze wenig Gase auf, lässt
sich daher blasenarm gießen. Auffallend ist die Farbähnlichkeit zu Gold.
Messing ist im Gegensatz zu Stahl- und Aluminiumlegierungen nicht durch
Wärmebehandlung aushärtbar. Die Festigkeit kann nur durch geeignete
Legierungswahl und durch mechanische Umformung (Walzen, Schmieden oder
Ziehen in kaltem Zustand) gesteuert werden.
Messingsorten
Die
verschiedenen Messingsorten unterscheiden sich durch ihren Zinkanteil,
der in der Bezeichnung in Prozent angegeben wird. Eine der am häufigsten
verwendeten Legierungen ist CuZn37, die 37 Prozent Zink enthält. Früher
wurde stattdessen die Bezeichnung Ms mit dem Kupferanteil verwendet,
hier also Ms 63. Messing kann bis zu 3 Prozent Blei enthalten; enthält
die Legierung mehr Blei, wird sie dem Sondermessing zugeteilt. In der
Praxis enthält Messing mindestens 50 Prozent Kupfer, da es unterhalb
dieser Grenze spröde wird und daher schlecht zu verarbeiten ist.
Die
Legierung CuZn30 weist von allen Messingsorten die beste plastische
Verformbarkeit auf. Da aus ihr in der Vergangenheit häufig Kartuschen
für Artilleriegeschosse hergestellt wurden (hohe Bruchdehnung) nennt man
diese Legierung umgangssprachlich auch Kartuschmessing.
Messingsorten mit mehr als ca. 70 Prozent Kupfer werden auch als
Tafelmessing, Goldmessing oder Tombak bezeichnet. Tombak leitet sich vom
malaysischen Namen für Kupfer, Tumbaga oder Tambaga, ab. Tafelmessing
wurde in der Schmuckherstellung als Goldersatz benutzt, fand und findet
aber auch Verwendung beim Militär. Helme, Brustpanzer und
Dekorationselemente auf den Schabrunken der Körassiere oder Teile davon
waren häufig aus Tafelmessing gefertigt. Heute wird Tafelmessing auf
Stahlmantelgeschosse für Gewehre oder Pistolen plattiert, weil sich das
weiche Material besser in die gezogenen Läufe pressen lässt und dem
Geschoss dadurch den erforderlichen Drall gibt.
Als
Gelbguss wurden früher für den Guss verwendete Legierung mit 56 bis 80
Prozent Kupfer bezeichnet.
Messingsorten, die außer Kupfer und Zink noch weitere Metalle (Blei >3%,
Eisen, Nickel, Mangan oder Aluminium) enthalten, werden als
Sondermessing bezeichnet. Eine Kupfer-Zink-Nickel-Legierung heißt
Neusilber. Nicht zu den Messingsorten gehört Rotguss, eine
Kupfer-Zink-Zinn-Blei-Legierung. Messing darf nicht mit Bronze, einer
Kupfer-Zinn-Legierung, verwechselt werden.
Weitere Messingsorten siehe: Chrysorin, Cuivrepoli, Deltametall,
Duranametall, Nordisches Gold, Prinzmetall, Rauschgold, Platine,
Muntzmetall („yellow metal“).
Verwendung
Messing ist schon seit dem dritten Jahrtausen v. Chr. aus Assyrien und
Babylonien bekannt. In Palästina wurde Messing um 1400 bis 1000 v. Chr.
aller Wahrscheinlichkeit nach durch das Schmelzen von Kupfer unter dem
Zusatz von so genannten Zinkerz Galmei (Zinkcarbonat) produziert.
Metallisches Zink stand bis Ende des 18. Jahrhunderts nicht zur
Verfügung und die Legierung mit Kupfer war bis dahin nur unter
Verwendung dieses Zinkerzes möglich.
Seit
der Legierungsbildung mit Hilfe vom Galmei wurden daraus hauptsächlich
Schmuck und Kunstgegenstände hergestellt. Im Mittelalter fertigte man
sehr viele Gegenstände des Kunsthandwerks oder liturgische Gefäße aus
Messing.
Auch
heute wird Messing wegen seiner goldähnlichen Farbe für Verzierungen und
Beschläge verwendet. Viele Blechblasinstrumente und einige
Holzblasinstrumente werden aus Messing (CuZn30) oder Goldmessing
(CuZn15) gefertigt. Einige Percussion- Hersteller bieten Schellenringe
mit Messingschellen an.
Technische Bedeutung hat Messing dort, wo gleichzeitig gute elektrische
Leitfähigkeit und mechanische Stabilität wichtig sind. Oft sind zum
Beispiel Antennen und Hohlleiter aus Messing gefertigt. Für die
Verwendung in Steckverbindern finden Pins aus Messingdraht Verwendung.
Dazu können auch Messingdrähte mit galvanisierter Oberfläche eingesetzt
werden. Gängige Qualitäten im Drahtsektor sind CuZn2, CuZn15, CuZn30,
CuZn37.
Häufig
wird es wegen seiner guten korrosionschemischen Eigenschaften für
Armaturen und Formstücke in der Sanitärinstallation verwendet. Zudem
findet Messing Verwendung als Lagerwerkstoff aufgrund seiner guten
Notlaufeigenschaften.
Sondermessing (ohne die Bestandteile von Blei und Zinn) werden zum Guss
von Propellern für Binnenschiffe verwendet.
Phasen und Strukturen
Die Atome des
Kupfers bilden eine dichteste Kugelpackung mit kubischer Symmetrie, die
kubische flächenzentrierte Struktur. Zink löst sich ohne Änderung der
Struktur in festem Kupfer bis zu einem maximalen Anteil von 38,95%,
diese Legierung ist die α-Phase mit Schmelzpunkten zwischen
1084,87°C für das reine Kupfer und 902°C für die α-Phase-Legierung mit
hohem Zinkgehalt. Legierungen mit etwa 50% Kupfer und 50% Zink
kristallisieren entweder in der β-Phase oder der β´-Phase: Bei
Temperaturen unter 468°C ist die β´-Phase stabil, bei der acht
Kupferatome jeweils acht Zinkatome umgeben und dabei die
Caesiumchlorid-Struktur einnehmen. Oberhalb 468°C, in der β-Phase,
verteilen sich die Atome statistisch auf Gitterplätze eines kubisch
raumzentrierten Gitters.
Oberhalb von 50% Zink treten weitere intermetallische
Hume-Rothery-Phasen auf die γ, δ und ε-Phasen. Ab einem Zinkgehalt von
97,25% ist die hexagonale Struktur des Zinks möglilch. |